Fakt und Fiktion: de Vaucasons Schäfer

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11. Mai 2017 von wortschmied

Vaucansons Automaten

Vaucansons Automaten

Mechanische Automaten faszinieren mich, seit ich das erste Mal als Teenager von Herons sich automatisch öffnenden Tempeltüren gelesen habe. Über mein Interesse an der Zauberkunst endeckte ich dann die Figurenautomaten von Jacques de Vaucanson und der Familie Jaquet-Droz. Und ich bin immer noch fasziniert davon, was für atemberaubende Kunstwerke diese Menschen mit Hingabe, erfinderischer Genialität und höchster Handwerkskunst geschaffen haben. Und in was für einer Verarbeitungsqualität. Die drei Jaquet-Droz Automaten funktionieren immer noch, fast 250 Jahre nach ihrer Erschaffung. Heute muss man schon froh sein, wenn eine einfache Knoblauchpresse fünf Jahre durchhält.

Für mich gehören mechanische Automaten zum Steampunk wie der Senf zum Würschtel. Darum war es naheliegend, Jakob Ros zu einem Erfinder von Automaten zu machen, als ich darüber nachdachte, wie er denn seinen Lebensunterhalt verdiente.
Mechanische Diener und Uhrwerksmenschen gab es ja schon in den ersten Steampunkgeschichten (zum Bps. K.W. Jeters Invernal Devices). Was mich aber dabei immer gestört hat, dass, zumindest in den Büchern, die ich gelesen habe, nie erklärt wurde, wie das Hirn dieser Uhrwerksmenschen funktionieren soll. Wie sie ein Bewusstsein haben konnten. Oder mittels welcher Geräte sie ihre Umwelt wahrnehmen konnten, also wie sie hören und sehen konnten. Ja ich weiß, in jeder Science-Fiction kommt irgendwann der Punkt wo man nichts mehr erklären kann, ich sage nur Schneller-als-Lichtgeschwindigkeitsflug. Aber trotzdem, zumindest eine Pseudoerklärung hätte ich nett gefunden.

Da ich außerdem, weil ich mich nicht sicher genug fühlte eine ganz eigene Welt zu erfinden, meine

Geschichte in einem Wien ziemlich nahe an der Realität angesiedelt habe, habe ich mich also dagegen entschieden, Uhrwerksmenschen auftreten zu lassen. (zumindest fürs Erste 😉 ). Aber ganz auf Figurenautomaten wollte ich nicht verzichten, darum kommt in Professor Koslows Äthermaschine de Vaucansons Schäfer vor, wenn auch nur als Objekt einer Versteigerung. Das wiederum ist nicht ganz so abwegig, wie man vielleicht glauben mag. Denn laut dieser Quelle [http://www.zauber-pedia.de/index.php?title=Jacques_de_Vaucanson] – wobei Quelle vielleicht überteiben ist, im wissenschaftlichen Sinn, aber von dort hatte ich die Idee – waren die Automaten de Vaucasons kurze Zeit im Besitz Ludwig Döblers, eines Wiener Zauberkünstlers, der 1864 gestorben ist, ein Jahr vor dem Ereignissen im Buch.

Trivia:

Die Uhrmacherfirma Jaquet Droz gibt es immer noch und sie stellen immer noch (oder wieder) Automaten her http://www.jaquet-droz.com/de/watches/automata

Und sie sind nicht die Einzigen, auch Van Cleef & Arpels bauen noch heute mechanische Automaten. Dieser Link https://www.youtube.com/watch?v=I-O5HHflcC4 führt zu einem Youtube-Video, dass einen Einblick in die Erschaffung der Automatenfee Ondine gibt. Ich fand es höchsthöchst beeindruckend.

Wikipedialinks:

Geschichte der Automaten: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Automaten
Heron von Alexandria: https://de.wikipedia.org/wiki/Heron_von_Alexandria
Jacques de Vaucanson: https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_de_Vaucanson
Pierre Jaqet Droz: https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Jaquet-Droz

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Lesestoff

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