Dampfschreiber: Katharina Fiona Bode

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4. März 2017 von wortschmied

Portrait Katharina Fiona Bode

Katharina Fiona Bode (© Katharina Fiona Bode)

Kurzbiographie

Katharina Fiona Bode wurde 1990 in einem Sauerländer Kreißsaal geboren. Nach ihrem BA-Abschluss in Kunstgeschichte und Komparatistik schloss sie kurzum auch noch das Masterstudium der Literaturwissenschaft ab.
Gegenwärtig teilt sie sich eine Wohnbibliothek mit ihrem Freund und dem Bilingu-Aal Wordsworth Weirdworld in Neheim nahe Dortmund. Dort kann man sie (also die Autorin nicht alle drei vorher genannten) oft schreibend, häufig lesend und bisweilen beides gleichzeitig tuend antreffen.
Als Dampfschreiberin debütierte sie mit der „Kurzgeschichte Erasmus Emmerich und der Messing Türknauf“ in der Anthologie Steampunk Akte Deutschland im Jahr 2014.

(Infos sind der Webseite der Autorin entnommen.)

Dampf-Bibliographie

Romane:
Cover: Erasmus Emmerich & die Maskerade der Madame Mallarmé

Erasmus Emmerich & die Maskerade der Madame Mallarmé (© Art Skript Phantastik Verlag)

Erasmus Emmerich & die Maskerade der Madame Mallarmé (Art Skript Phantastik Verlag) 05.07.2016

Mehr Infos dazu gibts es auf der Webseite der Autorin und beim Verlag.

Update 06.05.2017: Erasmus Emmerich hat es auf die Shortlist des Seraph-Literaturpreises 2017 für den besten Debüt-Roman geschafft. (hier nachzulesen) und auf die Longlist des Deuschen Phantastikpreises 2017 in der selben Kategorie. (siehe hier)

Cover: Der Schneckenreiter: Die Stadt der Uhren

Der Schneckenreiter: Die Stadt der Uhren (© Edition Roter Drache)

Der Schneckenreiter: Die Stadt der Uhren (Edition Roter Drache) 23.03.2017

Kurzgeschichten:

Erasmus Emmerich & der Messing-Türknauf  (in »Steampunk Akte Deutschland« ; ausgezeichnet mit dem Deutschen Phantastik Preis 2015 für die beste Anthologie) 31.07.2014

Erasmus Emmerich & der zinnoberrote Zinnsoldat (in »Die dunkelbunten Farben des Steampunk – 14 Kurzgeschichten in 14 Farben« ; ausgezeichnet mit dem Deutschen Phantastik Preis 2016 für beste Anthologie) 16.03.2015

Anmerkung des Redakteurs: Diese beiden Kurzgeschichten sind auch in „Erasmus Emmerich & die Maskerade der Madame Mallarmé“ enthalten. Was aber niemand davon abhalten sollte, die beiden Anthologien trotzdem zu erstehen, schließlich gibt es dort ja noch weitere ausgezeichnete Geschichten.

Webpräsenz:

Webseite: http://katharinabode.blogspot.co.at/
Facebook: https://www.facebook.com/KatharinaFionaBode/

Verlagsseiten:

Art Skrip Phantastik Verlag: http://www.artskriptphantastik.de/

Kurzinterview:

mit den drei Fragen (und der freiwilligen Bonusfrage). Meinen Dank an Katharina Fiona Bode für das Zeit nehmen und Mitmachen!

Wie bist du zum Steampunk-Fan geworden?

Unwissentlich.
Und wenn das nicht als Antwort genügen sollte, ergänze ich gern: klassisch durch die Literatur. Irgendwann fällt einem auf, dass bestimmte Schauplätze und Charakteristika, die man gern aufgesucht hat, immer wieder auftauchen. Dann bemerkt man die Details an Filmen, in der Malerei und so manches Mal erst retrospektiv. Ob aber nun später oder parallel, registriert man schließlich, wo die Fäden zusammenlaufen, und dass dem ganzen Phänomen doch tatsächlich irgendjemand einen Namen gegeben hat: Steampunk. So war es zumindest bei mir.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich mich selbst nicht unbedingt als Fan bezeichnen würde. Die Bezeichnung trifft den Kern der Sache nicht so recht und scheint etwas an der realen Beziehung vorbeizugehen.

Was fasziniert dich besonders am Steampunk-Genre?

Steampunk hat Charakter und Mut. Das Genre fasziniert mich, weil es auf der einen Seite eine altmodische Atmosphäre birgt, die sich der Hektik und glatten, aufpolierten Technik der Gegenwart ein Stück weit verweigert. Dafür steht die Dampfkraft. Sie lässt unser Blickfeld offen für Alternativen. Sie steht für eine Form von Gemütlichkeit, scheut aber nicht vor Rost und den dreckigen Seiten des Lebens zurück. Es spricht seine eigene Sprache, bleibt unter aller Höflichkeit aber durchweg ehrlich. Zumindest die Form von Steampunk, die ich mir wünsche.

Auf der anderen Seite gibt Steampunk sicherlich Freigeistern einen Platz sich zu entfalten, in Genie und Wahnsinn, daher Punk. Rebellen und Piraten dürfen Gentlemen und/oder Helden sein, wie auch umgekehrt. Vermeintlich etablierte Modelle werden hinterfragt. Eigene Visionen bekommen ein Zuhause. Steampunk steckt nicht umsonst voller Erfinder, weil er oder es sich ständig neu erfinden kann. Der Facettenreichtum ohne Schranken gefällt mir besonders daran, ist aber gleichsam der Punkt, der es so schwierig macht das Genre recht zu fassen oder in eine einfache Definition zu kleiden. Deshalb gibt es so viele verschiedene und es wird immer wieder neue Versuche geben, es ein für alle Mal zu definieren. Wobei ich hoffe, dass es ihm gelingt, sich diesem engen Korsett auch weiterhin zu entziehen.
Steampunk ist offen, individuell und kraftvoll, neugierig und bereit, Wunder wachsen zu lassen. Das Leben, das sich darin bricht und entfaltet, darf seine Schnörkel, Ecken und Kanten zeigen. Denn wenn man es lässt, ist Steampunk wie eine gütige Spielwiese: aufregender Nährboden für Ideen und willig, seine Monster mitsamt ihrer dunkelsten Schatten zu akzeptieren. Natürlich trifft einiges davon auch auf die Literatur im Allgemeinen zu, doch scheint die Kombination der genannten Merkmale mir im Steampunk auf besondere, unverstellte Art greifbar zu sein.
Wie könnte man da nicht begeistert von dem Genre sein? 😉

Was macht für dich in erster Linie eine gute Geschichte aus?

Einfallsreichtum. Damit kriegt man mich häufig. Dann bin ich gewillt, über viele Schönheitsmakel hinwegzusehen und gebe oft jedweden Widerstand, der sich womöglich geregt hätte, auf.
Ein Autor darf sich gerne trauen vom 08/15-Weg abzuweichen und ein wenig in beliebige Richtungen zu experimentieren. Trotzdem habe ich nichts gegen einen spannenden Plot, unerwartete Twists und vor allem wunderbare Charaktere einzuwenden, bei denen man gar nicht anders kann, als ihnen zu folgen. Die Figuren müssen mich auf die eine oder andere Art überzeugen und für sich vereinnahmen. Wenn mich ihr Schicksal nicht interessiert, wird mir egal, was mit ihnen im weiteren Verlauf passiert, und die Geschichte – egal, wie ausgefuchst – belanglos. Wichtig ist mir dabei vor allem noch etwas, was oft unerwähnt bleibt, die Erzählstimme (!) eines Textes. Ob nun eine der Figuren selbst auch als Erzähler eingesetzt wird oder das eine übergeordnete Instanz übernimmt; die Stimme bildet die Seele des Textes und ist entscheidend im Hinblick auf Atmosphäre und Sympathie.
Um die Beantwortung der Frage nicht weiter ausufern zu lassen: Wenn man einer Geschichte anmerkt, dass sie raus musste, dass unendlich viele Gedanken, schlaflose Nächte und Herzblut darin stecken, dann kann sie großartig werden. Wenn sie allerdings von oben herab daher doziert wird, ohne dass dieses Verfahren für die Erzählung eine bedeutende Rolle spielt, sie uninspiriert hingeklatscht wurde oder einfach abgeschmackt daher kommt, scheint das manches Mal durch und bricht ihr letztlich das Genick.

(freiwillige) Bonusfrage: Was ist die Frage, die du deinem/r Lieblingsautor/in gerne stellen würdest, und was wäre deine Antwort darauf, wenn man dir die Frage stellen würde?

Die innovativste Frage seit jeher natürlich: „Woher kriegen Sie Ihre Ideen?“
Meine Antwort: „Von den Aliens aus dem Supermarkt, die Sie mir telepathisch eingeben“, oder ich werfe aus Verzweiflung wahlweise Schuh, Stuhl, Bonbons, Wasserglas, was immer zur Hand ist.
Nein, das würde ich wohl nicht tun. Ernster gesprochen, habe ich nicht den einen Lieblingsautor. Es gibt mehrere, die ich aus unterschiedlichen Gründen schätze, und ungeachtet dessen, dass einige von ihnen schon tot sind, würde auch die Frage individuell ausfallen, je nachdem, wem man sich gegenüber fände. Auch davon abhängig wäre wohl, ob mir dann überhaupt eine einfallen würde, v.a. einem Auferstandenen gegenüber zu stehen, ließe vermutlich einiges an Spielraum. „Wie schreibt es sich tot?“ würde mir spontan in den Sinn kommen.

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